Eine Stellenanzeige auf Social Media ist noch keine Recruiting-Strategie
- Kristin Posch
- 21. Juli
- 2 Min. Lesezeit
Kürzlich war im Radio zu hören: Stellenanzeigen funktionieren heute nicht mehr ohne Social Media. Unternehmen müssten Jobs deshalb auf Facebook, Instagram und Co. bewerben.
Eine News, die keine ist.
Denn eine Stellenanzeige wird nicht automatisch besser, nur weil sie statt in der Zeitung nun online ausgespielt wird. Wer lediglich den Kanal wechselt, aber an Botschaft, Positionierung und Bewerbungsprozess nichts verändert, hat noch keine Recruiting-Strategie.
Social Media ist mehr als ein Anzeigenplatz
Natürlich kann Social Media bei der Personalsuche helfen. Unternehmen erreichen dort auch Menschen, die nicht aktiv auf Jobportalen suchen. Aber dafür reicht es nicht, gelegentlich offene Stellen zu posten.
Ein guter Kanal braucht relevante Inhalte, Kontinuität und eine klare Positionierung.
Potenzielle Bewerberinnen und Bewerber wollen wissen: Wie wird in diesem Unternehmen gearbeitet bzw. zusammengearbeitet? Wie funktioniert das Miteinander im beruflichen Alltag? Wer sind die Menschen dahinter? Was unterscheidet diesen Arbeitgeber von anderen?Und passt das Versprechen in der Anzeige zur Realität? Genau hier beginnt Employer Branding.
Reichweite allein bringt nicht die richtigen Bewerbungen
Eine Kampagne kann viele Klicks und trotzdem wenige passende Bewerbungen bringen.
Denn entscheidend ist nicht nur, wie viele Menschen eine Stellenanzeige sehen. Entscheidend ist, ob sich die richtigen Menschen angesprochen fühlen.
Dafür braucht es ein klares Bild der Zielgruppe, glaubwürdige Botschaften und einen Bewerbungsprozess, der einfach, schnell und wertschätzend ist. Wer erst zu kommunizieren beginnt, wenn eine Stelle dringend besetzt werden muss, beginnt oft zu spät. Sichtbarkeit, Vertrauen und eine Community entstehen nicht über Nacht.
Employer Branding beginnt innen
Bevor ein Unternehmen nach außen kommuniziert, sollte es nach innen schauen. Was erleben die eigenen Mitarbeitenden? Was läuft gut? Wo gibt es Verbesserungsbedarf? Und welche Versprechen können tatsächlich gehalten werden?
Manchmal liegt das Problem nicht bei der Reichweite, sondern bei unklaren Abläufen, langen Bewerbungsprozessen, fehlender Führung oder austauschbaren Stellenanzeigen. Mehr Werbung löst diese Probleme nicht.
Unser Ansatz bei einmalzwei
Wir beginnen deshalb nicht mit der Frage: „Auf welchem Kanal sollen wir die Stelle bewerben?“
Wir fragen zuerst: Wen wollen wir erreichen? Warum sollte diese Person hier arbeiten wollen? Was macht das Unternehmen als Arbeitgeber besonders? Und was muss verbessert werden, bevor wir darüber sprechen?
Erst danach geht es um Social Media, Kampagnen und Stellenanzeigen. Denn Facebook, Instagram und LinkedIn sind Werkzeuge. Sie ersetzen keine klare Arbeitgeberpositionierung und keinen funktionierenden Prozess. Wer eine Stellenanzeige von Print auf Social Media verschiebt, hat noch keine neue Strategie. Er hat lediglich den Anzeigenplatz gewechselt.
Wir bei einmalzwei schauen deshalb auf das große Ganze. Denn am Ende zählen nicht möglichst viele Klicks, sondern die richtigen Menschen.


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